Was als Zusammenarbeit begann, ist längst zu einer eigenständigen Konstellation geworden. Die ursprüngliche berufliche Verbindung existiert nicht mehr, geblieben ist ein gemeinsamer Rhythmus im Arbeiten – geprägt von Spontaneität, Pragmatismus und dem Vertrauen, den eigenen Weg zu gehen. Bei DNK bedeutet das: kurze Abstimmungen, klare Entscheidungen und viel Raum für Individualität.
Diese zeigt sich besonders in den Designs. Während Britta Wisser in ruhigen, naturverbundenen Farbwelten arbeitet und auf schlichte, tragbare Schnitte setzt, bewegt sich Katharina Keser bewusst in eine andere Richtung. Ihre Entwürfe sind farbiger, experimenteller, geprägt von Einflüssen aus Alltag, Internetkultur und nicht zuletzt dem Blick einer jüngeren Generation. Zwei Ansätze, die bewusst nebeneinanderstehen – nicht als Kompromiss, sondern als Haltung.
Verbunden werden sie durch eine gemeinsame Vorstellung von Qualität. Die bislang veröffentlichten Anleitungen tragen eine klare Handschrift in ihrer Ausarbeitung: präzise konstruiert, durchdacht und darauf ausgelegt, getragen zu werden. Techniken wie von oben nach unten gehäkelte Raglan-Konstruktionen zeigen dabei den Anspruch, Bekanntes weiterzuentwickeln und zugänglich zu machen.
Auch in der Materialwahl ist diese Haltung spürbar. DNK arbeitet bevorzugt mit GOTS-zertifizierten Biogarnen oder mit Garnen aus kleinen Kooperativen, etwa aus Peru, bei denen Transparenz, faire Bedingungen und ein respektvoller Umgang mit Ressourcen im Vordergrund stehen. Es ist ein leiser, aber konsequenter Gegenentwurf zu Schnelllebigkeit – sowohl im Design als auch im Konsum.
Die Inspiration dafür liegt oft nah. Weite Landschaften in Mecklenburg, das Leben zwischen Natur und Rückzug, aber auch alltägliche Beobachtungen, digitale Einflüsse und persönliche Umfelder fließen in die Entwürfe ein. Gerade in dieser Mischung entsteht eine Dynamik, die sich nicht festlegen lässt – und auch nicht festlegen will.
DNK versteht sich bewusst nicht als homogenes Label. Vielmehr als offenes Atelier, in dem unterschiedliche Handschriften nebeneinander bestehen können – und perspektivisch vielleicht noch weitere dazukommen. Entscheidend ist dabei weniger ein einheitlicher Stil als ein gemeinsamer Anspruch: gute Gestaltung ernst zu nehmen.